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Enerige & Management > Wirtschaft - Gezerre um „Leine Netz“
Quelle: Fotolia / caruso13
WIRTSCHAFT:
Gezerre um „Leine Netz“
Die Stadtwerke Garbsen wollen ihr Strom- und Gasnetz verkaufen. Betreiber ist die Leine Netz GmbH, die zur Hälfte den Stadwerken in Neustadt am Rübenberge gehört. Dort herrscht Unmut.
 
In Hannover freut man sich schon: „Gemeinsam mit der Stadt und den Stadtwerken Garbsen wird Enercity die Infrastruktur fit für die klimaneutrale Zukunft machen“, sagte der Finanzvorstand des hannoverschen Konzerns dieser Tage der Presse. Und er versprach eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“. In Neustadt am Rübenberge machte sich Marc Hansmann damit keine Freunde. Dass Garbsen den Verkauf seines Strom- und Gasnetzes an Enercity angekündigt hat (wir berichteten), findet man dort ein „bisschen absurd“.

Betreiber des Netzes ist die Leine Netz GmbH. Das Unternehmen gehört jeweils zur Hälfte den Stadtwerken in Garbsen und Neustadt. Die beiden kommunalen Versorger kooperieren auf dieser Basis seit 2020 beim Netzbetrieb. In Garbsen gibt es seit einiger Zeit Überlegungen, sich vom Netz zu trennen. Zum Unwillen der Kollegen in Neustadt.

Von der öffentlichen Ankündigung zeigt man sich überrascht. Weder die Geschäftsführung in Neustadt noch Aufsichtsrat und Gesellschafter seien über den Schritt vorab informiert worden, berichtet ein Sprecher der Stadtwerke. Es habe nur Gerüchte gegeben.

Irritiert gibt man sich auch wegen des Termins, an dem die Zuständigkeit für das Garbsener Netz wechseln soll. Ab 1. Januar 2026 will sich die Enercity Netz GmbH um die Technik kümmern. Doch: Es sei überhaupt nicht geklärt, dass Garbsen das Netz jetzt verkaufen könne, sagt der Sprecher. Die Verträge der Leine Netz liefen teils noch bis zum Jahr 2030.

Garbsen hat die Verträge dem Vernehmen nach kurzerhand gekündigt. In Neustadt hält man die Kündigungen für nicht rechtens. Man habe drei Klagen vor Gericht eingereicht. Die ersten Verhandlungstermine seien für September anberaumt.

In Neustadt geht man vom Fortbestand der Leine Netz aus. „Wir halten an der Netzgesellschaft fest“, so der Sprecher. Sollte der Verkauf tatsächlich stattfinden, würden die Netze wieder getrennt − wie es vor der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens der Fall war.
 

Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 23.08.2024, 16:56 Uhr

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